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Roadtrip 2016: 12 Learnings nach 6200 Kilometern

Back in Vancouver! Ich war 41 Tage unterwegs, die ersten vier davon in Vancouver, und genau sechs Wochen und einen Tag mit dem Navion-24 “on the road”. Jetzt, wo ich dieses schöne Gefährt geleert und gesäubert und mein Gepäck ins Büro von Traveland geschleppt habe, werde ich wehmütig. Dann lieber  eine Bilanz. Also:

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Fahrzeugübernahme bei Traveland in Langley: Sechs Wochen Roadtrip liegen vor mir! Die Vorfreude sieht man mir an, nicht wahr?

Roadtrips durch Kanada machen süchtig ..

1. Selbst sechs Wochen sind nicht genug. Man wird süchtig. Man könnte immer weiterfahren. So viel Platz, so wenig Zeit! Beim Blick auf die Karten von BC und Alberta muss ich feststellen, dass ich nur den kleinsten Teil der beiden Provinzen gesehen habe ..

2. Leute, macht abends die Navion-Türen hinter Euch zu und geht in die nächste Kneipe. Ich hatte in den Pubs die schönsten Begegnungen und hörte viele Geschichten aus der Umgebung.

3. Vergesst die Apps! Immer Einheimische fragen, wo es was zu sehen gibt. Beispielsweise wo man am besten Tiere sehen kann. Ich fragte das einen Ranger im Jasper National Park. Für einen Angestellten von Parks Canada war die Antwort ganz erstaunlich. Nicht hier im Park, sagt der Mann. Und empfahl mir das kleine Gelände einer Kohlegesellschaft 40 Kilometer südlich von Hinton außerhalb der Parkgrenzen! Dort sei seit Jahrzehnten nicht gejagd worden. Prompt sah ich dort eine Herde von über 120 Wapitihirschen. Durch Fragen fand ich auch den Kaoham Shuttle in Lilloet!

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Icefields Parkway: Träumen auf der Traumstraße, aber ich gestehe: So ganz allein war ich nicht. Hin und wieder kam dann doch ein Auto vorbei ..

Roadtrips durch Kanada machen frei ..

4. Männer, besucht die “Barber Shops”! Die winzigen Klitschen, wo wir eine Nassrasur nach alter Väter Sitte genießen können, gibt´s in erstaunlich vielen Käffern. Wird dort getratscht? Aber hallo! Die “Barber Shops” machen Spaß und sind zugleich tolle Informationsbörsen.

5. Der kanadische Herbst ist jetzt auch offiziell meine liebste Reisezeit. Die Laubfärbung war einfach spitze. Während meiner sechs Wochen on the road hatte ich meist gutes Wetter. Anfang Oktober wurde es merklich kühler, dazwischen schien aber immer wieder die Sonne. Geschneit hat es nur zwei Mal, und zwar in Jasper und dann in Prince George. Drei Wochen zu früh, sagten die Einheimischen.

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Vom Camper direkt ins Wasser: Der NK´Mip Campground am Lake Osoyoos war der schönste der ganzen Tour!

Roadtrips durch Kanada sind Entspannung pur ..

6. Ein paar Worte zu den Campingplätzen! Ich habe die in den Nationalparks und private benutzt. Die in den Nationalparks sind landschaftlich etwas schöner, haben dafür aber kein WiFi. WC und Duschen sind in kleinen, über das Grundstück verstreuten Gebäuden untergebracht. Wenn Ihr also ziwschendurch mal mit mehr Ellbogenfreiht duschen wollt, seht zu, dass Ihr einen Stellplatz in der Nähe der nächsten Dusche bekommt. Sonst latscht Ihr, wie ich einmal, geschlagene 15 Minuten bis zum Bad.

7. Die Ernährung unterwegs. Gut bestückte Supermärkte gibt es in allen größeren Orten. Generell gilt: je kleiner der Ort und je weiter die Entfernung zu den Großstädten, desto teurer und desto übersichtlicher das Angebot. Frisches Obst und akzeptables Gemüse habe ich jedoch überall bekommen.

8. Und wo wir gerade dabei sind: Tim Hortons macht glücklich, aber gute Lattes und Capuccinos machen glücklicher. Faustregel: Wo junge Leute, Studenten, Künstler oder zugezogene Stadtneurotiker wohnen, gibt es wenigstens eine Espressomaschine.

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Klasse Aussicht. (Fast) Immer und überall ..

Roadtrips durch Kanada sind unvergesslich ..

Und nun zum Navion ..

9. Ich hatte den Navion-24 Diesel. Meine anfängliche Sorge, nicht überall Diesel zu finden, erwies sich als unbegründet. In beiden Provinzen war Diesel billiger als Normalbenzin: in Alberta kostete der Liter um die 95 Cent, in BC $1,05. Zusammmen mit seiner Mercedes-Sprinter-Basis war der Navion-24 das sparsamste Wohnmobil, das ich bisher gefahren habe: Beim ersten Auftanken für 80 Dollar zählte der Tacho 560 gefahrene Kilometer!

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Reichlich Raum für jeden Quatsch, dem Slideout sei Dank!

Roadtrips durch Kanada sind für Voyeure ..

10. Apropos tanken: Ich lese immer wieder, das Tanken an nordamerikanischen Zapfsäulen sei kompliziert. Das ist Quark. Ich hatte unterwegs zwei Möglichkeiten: Entweder erst drinnen bezahlen (einen geschätzten Betrag, von dem dann aber nur der Betrag für die tatsächlich getankte Menge Benzin abgebucht wird), oder draußen an der Säule. Und zwar mit Kreditkarte. Ich habe immer vorher bezahlt, weil ich Spaß daran hatte, die Liter so genau wie möglich zu schätzen.

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Keine Angst vor der nächsten Spritrechnung: Im Vergleich zur Konkurrenz ist der Navion Diesel ein Vorbild an Bescheidenheit!

Roadtrips durch Kanada sind noch Abenteuer ..

11. Der Navion-24, ein Wohnmobil auf Mercedes-Sprinter-Basis mit Winnebago-Aufbau, war leicht zu manövrieren, hatte einen guten Anzug und war auf allen Campingplätzen ein Objekt der Begierde. Ich wurde beneidet und bestimmt ein Dutzend Mal nach meinen Erfahrungen gefragt. Hin und wieder gab ich sogar geführte Touren (Hey Traveland, wie wäre es mit einer Kommission?). Absolut stark waren das Slideout, das den Platz im Innenraum quasi verdoppelte, sowie das beim Öffnen der Seitentür automatisch ausfahrende Treppchen und die fächerartigen Sichtblenden mit Klippverschluss an den Fenstern vorne. Die Heizung kam schnell und war effektiv – bei den Minustemperaturen in Jasper und Prince George war ich dafür extrem dankbar.

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Küche, Wohnzimmer, Cockpit. Alles in Reichweite, aber nie beengt.

Roadtrips durch Kanada sind einfach supergeil ..

12. Nicht so toll: das Kommunikationszentrum mit Radio, GPS und weiteren Gadgets. Das GPS funktionierte nicht und das Radio machte, was es wollte. Ich habe ein paar Mal Reset versucht, was nichts brachte. Manchmal ging das Radio mitten in der Nacht an und spielte Late Night Radio. Unheimlich, plötzlich Stimmen zu hören .. ;).

 

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Icefields Parkway und Navion. Wie füreinander gemacht, nicht wahr?

Das wär es für´s erste. Weitere Erfahrungen und Learnings finden sicher auch noch den Weg in die nächste Ausgabe des “Kanadafieber”-Magazin. Bis dahin wird alles gesackt sein, und bis dahin werde ich meine Bilder und Video sortiert und alles verarbeitet haben. Vielen Dank an SK Touristik, Destination Canada, Destination BC und Travel Alberta für die Unterstützung. Vielen Dank vor allem aber Euch, die Ihr so lange dran geblieben seid. Für Euch zu schreiben, hat mir wirklich viel Spaß bereitet – selbst als in einer eiskalten Nacht das Propangas ausging und ich die Geschichte unter zwei dicken Decken schreiben musste .. 🙂 In diesem Sinne: Never stop dreaming, nächstes Jahr Kanada!

 

Mehr über Roadtrips durch Kanada mit dem Navion-24 Diesel erfahrt Ihr hier

  • SK Touristik organisiert WoMo-Trips durch fast allen Provinzes des Riesenlandes

 

 

 

 

 

 

 

 

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