Kanadas Westen

„Ich bin raus“: Mit Topmodels durch die kanadischen Rockies

Mit internationalen Topmodels durch die schönsten Landschaften Kanadas gondeln und dafür auch noch bezahlt werden: Als ich das Angebot zu dieser zehntägigen Reise von Vancouver über Wells Gray nach Jasper und Banff erhielt, glaubte ich erst, nicht recht gehört zu haben!

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Gute Chemie trotz – oder gerade wegen – der Höhenluft: Schöffelteam und dieser Schreiber am Peyto Lake!

Kooperation: SK Touristik und Schöffel Sportkleidung GmbH

Doch natürlich gab es diesen Trip nicht für lau. Als Gegenleistung für acht Tage Augenschmaus wurden Reporting und Input rund um die Uhr erwartet, und das funktionierte so. Die Kooperation zwischen dem Kanada Reiseveranstalter SK Touristik und der Schöffel Sportbekleidung Gmbh sah eine zehntägige Shootingreise nach BC und Alberta vor.

Ziel war die Produktion von Fotos und Videos für den nächsten Katalog. Schöffel brachte das komplette Produktionsteam plus vier Models mit, SK Touristik besorgte die Reiselogistik. Und fragte mich, ob ich die Action nicht live auf hauseigenen Social-Media-Kanälen begleiten und später auch im Kundenreisemagazin “KanadaFieber” verarbeiten wolle.

In Trucks, Vans und wie hier im Motorboot auf dem Clearwater Lake: Die neue Kollektion von Schöffel war natürlich immer mit dabei.

In Trucks, Vans und wie hier im Motorboot auf dem Clearwater Lake: Die neue Kollektion von Schöffel war natürlich immer mit dabei.

Um es kurz zu fassen: An diesen Trip erinnere mich heute noch gern. Zudem kamen meine täglichen Berichte auf Facebook trotz ihrer Länge bei der SKT-Community bestens an. Und meine mit iPhone 6 und Olympus Stylus 1s geschossenen Bilder erzielten prima Reichweiten. Anbei lasse ich die Höhepunkte dieser Reise noch einmal Revue passieren. Viel Spaß!

Frühmorgens in Whistler: Mario (r.) und sein Assistent packen die Videokameras aus.

Frühmorgens in Whistler: Mario (r.) und sein Assistent packen die Videokameras aus.

Tag 2 und 3 (Tag 1 war Anreise): Whistler, Kamloops und Wells Gray Provincial Park (BC)

Whistler (BC). Aufstehen um fünf, Frühstück um halb sechs, zur Location um halb sieben. Stilistin Alexandra hat schon seit vier die Klamotten der Models gebügelt und geordnet. Netterweise ist unsere erste Location die nahe Green Lake Floatplane Base am Ortsrand. Dort dient die 1950er DeHavilland „Beaver“ von Whistler Air als Hintergrund für den ersten Fotoshoot. Alles rennt durcheinander.

Model Clayton aus Südafrika, ein bärtiger Mountain Man, wuchtet einen Seesack in die Beaver, dabei trägt er eine neue Schöffel-Jacke. Sechs, sieben, acht Mal macht er das, bis Fotograf Michael zufrieden ist. Videograf Mario produziert derweil die Clips, zwischen den Takes sprüht Sina von der Maske Clayton „Schweisstropfen“ ins Gesicht. Die Anspannung der ersten Stunden vergeht, nun läuft alles wie am Schnürchen. Mittags wird abgebaut, alles in die Trailer, SUVs und Vans gepackt, und ausgecheckt.

Michael (2. v. lks.) fotografiert, Mario (r.) filmt, Clayton marschiert. Derweil achtet Alexandra auf den Sitz von Clayton´s Jacke.

Michael (Mitte) fotografiert, Mario (r.) filmt, Clayton marschiert. Derweil achtet Alexandra (l.) auf den Sitz von Clayton´s Jacke.

Auf zum Wells Gray Provincial Park (BC)! Ein spektakulärer Roadtrip via Cache Creek und Kamloops zum Alpine Meadows Resort am Rand des Provinzparks. SKT-Chef Rainer Schoof und Michael scouten unterwegs geeignete Locations. Michael sucht Gegenden, die auf das „Ich bin raus“-Motto passen – und wird mit der Lac du Bois Grasslands Protected Area etwas nordwestlich von Kamloops fündig.

Müde, aber zufrieden: An diesem Abend im hügeligen Grasland bei Kamloops war Michael zufrieden.

Müde, aber happy: An diesem Abend im hügeligen Grasland bei Kamloops war Michael zufrieden.

Halbtrockenes Hügelland, untergehende Sonne, Honigfarben: Kaum sind alle da, geht alles wieder von vorne los. Ausladen, alle Koffer und Kisten rauf auf den Hügel, Maske, auf das beste Licht gewartet, und dann, zack, zack, eine Szene nach der anderen. Im Alpine Meadows Resort treffen wir erst um halb elf ein.

Michael schickte Clayton erbarmungslos den Hügel rauf und runter, bis er die gewünschten Bilder hatte.

Michael schickte Clayton erbarmungslos den Hügel rauf und runter, bis er die gewünschten Bilder hatte.

Endlich das richtige Licht ..

Endlich das richtige Licht ..

Tag 4: Im Wells Gray Provincial Park (BC)

Alpine Meadows Resort (BC). Michael, Rainer und Andy scouten, während die Truppe noch beim Frühstück im Alpine Meadows Resort sitzt. Michael hat sich für zwei Wasserfälle entschieden: die Helmcken Falls und die Dawson Falls. Die Stimmung an Bord der Trucks und Vans ist auch heute wieder super. Ich bin schwer beeindruckt von der Professionalität der Produktionsleute und Models. Keine Spur abgehoben, alle sind zugänglich und freundlich.

Die Helmcken Falls liegen an diesem Morgen im Nebel, aber wir haben Glück: Kaum haben Michael und Co. Stellung bezogen, kommt die Sonne durch und verbrennt den Dunst. Die Helmcken Falls zeigen sich von ihrer dramatischen Seite, sie sehen aus wie frisch aus Mittelerde. Dann folgt das Spiel der beiden vorigen Tage: Konzentriertes Arbeiten, alles muß ja schnell gehen, des Lichtes und des Zeitplans wegen. Die Models folgen Michael´s Anweisungen punktgenau und machen alles mit, ohne mit der Wimper zu zucken.

Helmcken Falls: Zwischen den Shoots griff Model Lisa auch selbst zur Kamera.

Stylistin Sina musste bei dem kernigen Clayton nicht allzu dick auftragen .. 😉

Helmcken Falls: Zwischendurch griff Model Lisa auch selbst zur Kamera.

Helmcken Falls: Zwischendurch griff Model Lisa auch selbst zur Kamera.

Tag 5: Am Clearwater Lake (BC)

Sagte ich schon, dass ich schwer beeindruckt von Mathilde, Lisa, Aki und Clayton bin? Man kennt ja das Klischee des verwöhnten Model. Was wir jedoch mit diesen vier dieser Tage erleben, revidiert alle Vorurteile, die zumindest ich so im Kopf hatte. Frühmorgens geht es zunächst noch einmal zu den Dawson Falls. Der Himmel weint, der Wald tropft, die Models haben Laufnase. Gemeinsam rutschen wir eine steilen Pfad zur Kiesbank unterhalb der Fälle hinab.

Dort lotst Michael die Models in den Sprühnebel der Fälle. Weil Lisa noch nicht nass genug, lässt Michael ihr noch mehr Wasser ins Gesicht sprühen. Das Mädchen aus Süd-Kalifornien friert wie ein Schneider, bleibt aber cool. Später wird Mathilde an der gleichen Stelle pudelnass – und strahlt. Es hat ihr Spaß gemacht.

Clearwater Lake: Model und Allroundgenie Aki fängt bereits nach zwei Minuten eine dicke Forelle.

Clearwater Lake: Model und Allroundgenie Aki fängt bereits nach zwei Minuten eine dicke Forelle.

Dawson Falls: Photoshoot im dichten Sprühregen.

Dawson Falls: Photoshoot im dichten Sprühregen.

Mittags geht´s zum berühmten Clearwater Lake. So klares Wasser habe ich noch nie gesehen. Auf der Shotlist steht Oberbekleidung. Während Michael mit Lisa und Mathilde anfängt, vertreibt sich der hyperaktive Aki die Zeit mit Fliegenfischen. Es stellt sich heraus, dass er ein alter Hase ist. Schon nach zwei Minuten hat er eine große Regenbogenforelle am Haken. Zieht sie an Land, nimmt sie aus und stopft sie mit Beeren. Alles kurz vor seinem Photoshoot. Glaubwürdiger geht ein Outdoor-Fashion-Model wohl nicht.

Nachmittags zum nächsten Strand. Tolles Wetter jetzt, die Sonne ist durch, nur ein paar Wolken am Himmel. Michael will eine Campingszene mit Lagerfeuer. Kein Thema, vor allen nicht für Aki und Clayton. Aki splittet Brennholz mit Taschenmesser und Holzknüppel, Clayton zieht fix das Zelt hoch. Als hätten sie nie etwas anderes gemacht.

Genuss pur: Clayton und Mathilde gleiten mühelos über die glasklare Oberfläche des Clearwater Lake.

Genuss pur: Clayton und Mathilde gleiten mühelos über die glasklare Oberfläche des Clearwater Lake.

Aki (Mitte, im karierten Hemd) mischte die Karten, und schnell wurde aus der gestellten Szene eine echte Pokerrunde!

Aki (Mitte, im karierten Hemd) mischte die Karten, und schnell wurde aus der gestellten Szene eine echte Pokerrunde!

Tag 6: Über Jasper nach Lake Louise (Alberta)

Tag 6 ist ein Reisetag. 600 grandiose Kilometer liegen vor uns, die Stimmung ist super. Ich sitze mit Andy und den Models im Van. Wir handeln von Yoga und Buddhismus über Träume und Clayton in Südafrika besuchen bis hin zu den aktuellen Rugbyergebnissen – Südafrika hat gerade spektakulär gegen Japan verloren – alles ab, was einem auf langen Roadtrips so durch den Kopf geht.

Dann stellt sich uns weiß und groß der gigantische Mt. Robson in den Weg, dann Jasper. Gucken, staunen, einkaufen. Als wir auf den Icefields Parkway einbiegen, kommen wir aus den Wows nicht mehr heraus. Bei den Columbia Icefields ist der ganze Van völlig high.

Icefields Parkway, wir kommen!

Icefields Parkway, wir kommen!

 

Blauer Himmel, weiße Gletscher, riesige Berge vor, hinter, neben uns. Wir albern herum, machen Selfies und würden am liebsten immer so weiterfahren. Toll, die Herbstfärbung der Birken und Espen. Die Wolken kommen wieder, aber die Sonne setzt die goldenen Bäume noch eine Weile toll in Szene. Am Peyto Lake dann wieder Action. Die Sonne hat sich abgemeldet, der Wind ist eisig.

Ein paar Fotos unterhalb der Beobachtunsplattform, dann weitere am Straßenrand. Unsere Begeisterung trägt uns noch bis Lake Louise. Die Müdigkeit erwischt uns erst beim Einchecken.

Von links: Models Lisa und Mathilde und Stylistin Alexandra dokumentieren den Athabasca Glacier für die Lieben daheim.

Von links: Models Lisa und Mathilde und Stylistin Alexandra dokumentieren den Athabasca Glacier für die Lieben daheim.

Good times and memorable moments ..

Awsomeness: Clayton and Mathilde, you guys rock!

Tag 7: Icefields Parkway, Banff National Park (Alberta)

Tag 7 beginnt mit einem Problem: Rainer und ich finden das Team nicht! Kein Problem, hatten wir abends zuvor noch gedacht, auf dem Icefields Parkway entfernen die sich bestimmt nicht zu weit von Lake Louise. Doch wir haben die Rechnung ohne das Auge des Fotografen gemacht. Zunächst klappern wir alle Sehenswürdigkeiten zwischen Hector Lake und Waterfowl Lakes ab. Nichts.

Mit der Sonne über den Bergen steigt auch unsere Sorge um die Stimmung bei den Produktionsleuten. Die sitzen jetzt sicher irgendwo im Busch, frieren erbärmlich und warten missmutig auf Brötchen und Kaffee! Wir kehren um und nehmen jede Ausfahrt näher in Augenschein. Peyto Lake, Num-Ti-Jah Lodge, Helen Lake usw. Nichts.

Coole Erfahrung: Auf dem Icefields Parkway kurz vor Sonnenaufgang.

Coole Erfahrung: Auf dem Icefields Parkway kurz vor Sonnenaufgang.

Topmodels und Teamplayer: Aki, Lisa, Mathilde und Clayton auf einer Kiesbank am North Saskatchewan River.

Topmodels und Teamplayer: Aki, Lisa, Mathilde und Clayton auf einer Kiesbank am North Saskatchewan River.

Dann beschließen wir, noch einmal nach Norden und am Peyto Lake vorbei nach Saskatchewan Crossing zu fahren. Die Sonne hatte es soeben über die Gipfel geschafft, als Rainer rechts vom Parkway etwas Weißes im Busch schimmern sieht. Wir folgen einem holperigen Pfad und voilà, dort steht zumindest ein Teil unserer Fahrzeugkolonne, fein säuberlich geparkt zwischen den Straßenbaumaschinen von Parks Canada. Der andere, so hören wir von Multitalent Sven, hocke drüben auf einem Grat und warte auf das richtige Licht. Dabei zeigt Sven auf einen winzigen blauen Punkt hoch über dem North Saskatchewan River.

Michael und Mario trieben Mathilde wohl ein Dutzend Mal über den Graben, bis die Szene im Kasten war.

Michael und Mario trieben Mathilde wohl ein Dutzend Mal über den Graben, bis die Szene im Kasten war.

.. und die Kulisse war natürlich über jede Kritik erhaben!

.. und die Kulisse war natürlich über jede Kritik erhaben!

Unsere Sorge um die seelische Verfassung des Schöffelteams erweist sich jedoch als unnötig. Alle schwärmen von der tollen Landschaft, dem Sonnenaufgang, der frischen Luft und überhaupt: Models und Produktionsleuten war die Zeit im Busch wie im Flug vergangen. Kanada hatte neue Fans dazu gewonnen! Michael waren die Seen zu neblig und die Berghänge zu dunkel gewesen, deshalb hatte er das Team hierher gelotst.

Der Rest des Tages war wieder professionelle Schöffel-Routine. Und zwar in allerbester Stimmung. Alle waren high. Ich tippe auf die grandiose Kulisse beiderseits des Icefields Parkway als Droge!

 

Tag 8: Am Two-Jack-Lake, Banff National Park (Alberta)

Der letzte Morgen in Banff ist fantastisch. Der helle Wahnsinn, unvergesslich, supergeil! Alles verbraucht klingende Adjektive, aber sie passen immer noch am besten. Das Wetter ist einfach Spitze. Rainer und ich, als Proviantbeschaffer inzwischen so etwas wie das rollende Bistro des Schöffelteams, treffen Müller & Co. am Two Jack Lake, noch bevor die Sonne über die Rockies klettert.

Während sich das Produktionsteam an die Arbeit macht – Technik vorbereiten, Klamotten aussuchen und Models einkleiden/schminken/kämmen/rasieren/zurecht zupfen – gehe ich zum Ufer und schaue einfach nur. Der See liegt so ruhig und still da, als hätte ihn die Welt vergessen. Ich hätte stundenlang auf seine spiegelglatte Fläche starren können. Zwischendurch gesellen sich Aki und Clayton dazu.

Two-Jack-Lake, Banff National Park: Am letzten Tag verwöhnte uns Mutter Natur noch einmal mit den herrlichsten Farben.

Two-Jack-Lake, Banff National Park: Am letzten Tag verwöhnte uns Mutter Natur noch einmal mit den herrlichsten Farben.

Nächstes Jahr Australien? Wo wird man sich wohl wiedersehen?

Nächstes Jahr Australien? Wo wird man sich wohl wiedersehen?

Ich komme wieder, sagt Clayton aus Südafrika. Bring Deine Freundin mit, sagt Aki aus Deutschland/Schweiz/New York. Yeah bro, sagt Clayton. Yeah, sagt Aki. Dies von weltreisenden Models, die schon alles gesehen haben, zu hören, ist etwas besonderes. Den Two Jack Lake scheint das Kompliment zu freuen. Er macht uns das schönste Geschenk, das man sich vorstellen kann: ein perfektes Spiegelbild des Sulphur Mountain, der sich nun genüsslich im Licht der aufgehenden Sonne räkelt.

Die dunklen Berghänge um uns herum nehmen Farbe an, es wird minütlich wärmer, und Michael – das Licht, Kinder, das Licht! – machte jetzt Tempo. Und wieder, zum letzten Mal, muss ich Michael´s leichte Hand bewundern. Zwischen den Takes gibt es einmal mehr Sandwiches und Kaffee in “Rainer´s Takeout” – am offenen Heck unseres SUV. Mittags verabschiedete ich mich und fahre zurück nach WLAN-Land. Selten fiel mir ein Abschied schwerer.

 

Hier findet Ihr mehr über den Schöffel-Fotoshooting-Trip und die Provinzen:

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