Kanadas Westen

Out of Vancouver (2): Eye of the Wind – Im Auge des Windes

Erst per Gondel auf den Grouse Mountain, oben per Sessellift dann noch ein bisschen höher, und dann im Innern eines spinnerigen Turms noch einmal 65 Meter. Nach oben. Die enge Fahrgastkabine ist nichts für Menschen mit Platzangst. Mir beispielsweise ist ziemlich beklommen. Und woher kommt bloß dieses Rauschen?! Es wird immer lauter. Komisch. Stimmt da etwas nicht? Und was ist das jetzt?!

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Eye of the Wind: Der Rundumblick von der gläsernen Aussichtskanzel aus lohnt den unvorhergesehenen Adrenalinschub .. 😉

Eye of the Wind, Vancouver: Nichts für Menschen mit Platzangst

Doch rechtzeitig vor einem ernsthaften Stimmungsumschwung gleitet die Schiebetür beiseite, und zusammen mit drei anderen Gästen trete ich hinaus in gleißendes Licht. Momentan geblendet, spüre ich als allererstes ein leichtes, kaum wahrnehmbares Schwanken unter den Füßen. Später höre ich, der Turm sei extra so gebaut.

Jetzt aber brauche ich ein paar Sekunden, um zu realisieren, wo ich bin: In einer gläsernen, um die Spitze des Windrads “Eye of the Wind” herum gebauten Aussichtskanzel! Eine junge Dame nimmt mich lächelnd in Empfang, sie stehe für alle Frage bereit, sagt sie, doch zuerst solle ich in aller Ruhe die Aussicht genießen.

Alles ok also, der Turm kann nicht umfallen, ich bin beruhigt. Auch wenn ich einen Mann im weißen T-Shirt sehe, der sich diskret an einer Verstrebung unweit der Tür festhält.

 

Eye of the Wind, Vancouver: Glasboden und Rundumblick!

Die Aussicht ist in der Tat fantastisch. Im Westen reicht der Blick über Vancouver und den Pazifik bis zu den Bergen auf Vancouver Island. Landeinwärts verliert er sich in der wilden Endlosigkeit der Coast Mountains. Die 37 Meter langen, nur drei Meter entfernt rotierenden Flügel erinnen daran, dass dies kein normaler Aussichtsturm ist, sondern eine 1,5 Megawatt produzierende Windkraftanlage, die ein Viertel des Grouse Mountain Resort mit Strom versorgt.

Daher das Rauschen also. In den Boden eingelassene Glasböden sorgen dafür, dass das Gehirn noch einmal kurz Alarm schlägt. Ich greife zur GoPro und mache mit ihr einen ersten Rundgang. Die Höhe und der Blick lösen bei den übrigen Besuchern Hochstimmung aus. Kinder versuchen ihre Eltern auf die Glasböden zu ziehen, Männer fotografieren was die Speicherkarten hergeben. Ich auch. Nur eines ärgert mich. Dass ich noch ein bisschen zu früh für den Sonnenuntergang bin. Der muss von hier aus eine Wucht sein ..

 

Mehr über die Windkraftanlage Eye of the Wind in Vancouver

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